Westernreiterhof
Westernreithöfe: am Lagerfeuer mit Cowboys und Indianerponys
Angebote für Reitunterricht oder Reiterferien gibt es in unzähligen verschiedenartigen Varianten. Die Reiterhöfe unterscheiden sich nicht nur durch Lage und Bauweise, sondern auch durch Art und Qualität des angebotenen Unterrichts- oder Freizeitprogramms. Der grundsätzlichste und augenfälligste Unterschied ist aber wohl der zwischen der klassischen englischen Reitkunst und dem Westernreiten. Dieser Kontrast der unterschiedlichen Reitstile steht im Zusammenhang mit ihrer Entstehungsgeschichte und dem philosophischen Zugang zur Reiterei.
Während bei der klassischen Reiterei in früheren Zeiten das Pferd nur der besseren Gesellschaft als Fortbewegungsmittel sowie als Kriegs- oder Sportgerät zur Verfügung stand und als Statussymbol gelten konnte, lässt sich das Westernreiten auf die Arbeitsweise der US-Cowboys zurückführen. Hier ist das Pferd oder meistens das Pony fast gleichberechtigter Arbeitskamerad. Die unterschiedliche Anwendung – und Annahme – der reiterlichen Hilfen zeigen die Gegensätze ebenso deutlich wie die kaum vergleichbare Ausrüstung und der gegensätzliche Zugang zum Partner Pferd.
Ein Westernreiterhof bietet nicht nur eine andere Unterrichtsweise als ein herkömmlicher Reitstall, auch die Unterkünfte, das Ambiente, die Atmosphäre und der zwischenmenschliche – und tierische – Umgang folgt traditionell der Arbeits- und Lebensweise amerikanischer Viehhirten. Wer Reiten als elitär betrachtet und Reitferien mit Luxusurlaub verbinden will, für den ist ein Westernreiterhof voraussichtlich der falsche Aufenthaltsort. Pferdefreunde, die anpacken können und wollen, mit einem formlosen, lockeren Umgangston gut zu Recht kommen, auf Prunk und Glanz verzichten und sich für Gitarrenklängen bei rustikaler Lagerfeuerromantik begeistern können, haben mit einem Westernreiterhof ihr Traumurlaubsziel gefunden.