Haltung
Artgerechte Haltung von Pferden und Ponys
Die meisten Pferde und Ponys stehen in den Wintermonaten in ihrer Box. In der Weidesaison (den Sommermonaten von April bis Oktober) leben sie auf der Koppel. Für die Wintermonate gibt es oft nur Paddocks, damit den Pferden wenigstens ein wenig Auslauf ermöglicht wird. Da es sich allerdings bei Pferden um Herden- und Steppentiere handelt, ist diese Art von Haltung keineswegs artgerecht. In der Freiheit leben diese Tiere in Herden, die sich ständig bewegen und fressen.
Um die Gesundheit der Pferde und Ponys zu gewährleisten, sollten folgende Grundbedürfnisse der Tiere gegeben sein: Da der Lichtbedarf der Pferde höher ist, als der des Menschen, sollte für genügend Sonnenlicht gesorgt sein. Die Luft sollte sauber und frisch sein. Ein ausreichender Sauerstoffgehalt sollte grundsätzlich vorhanden sein. Das Pferd sollte täglich bewegt werden. Grasen und der Weg von Pferdestall zur Weide reichen hier nicht aus. Für die Hufe, Gelenke, Muskeln und Sehnen sollte das Ausreiten nicht nur ab und zu erfolgen. Für das Erlangen und Erhalten des Sozialkontaktes ist es wichtig, dass die Pferde und Ponys nur in Gesellschaft anderer Artgenossen gehalten werden. Hier fühlen sie sich sicher und stärken ihr Sozialverhalten.
Eine Variante der artgerechten Haltung ist die „Offenstallhaltung“ (Gruppenauslaufhaltung). Hierbei leben mehrere Tiere zusammen, welche von ihrem Auslauf direkt in ihren Stall gelangen können. Kranke Pferde sollten hier in einer eigenen Box untergebracht werden. Die Futterplätze sollten separat sein. Eine Solaranlage ist bei dieser Art von Haltung zu empfehlen, damit die Pferde auch ganz trocken sind. Die Mindestgröße einer Pferdebox sollte lt. FN 2 x Stockmaß² betragen. Die Einstreu sollte immer sauber sein. Die Auswahl der Einstreu ist eine Frage der Kosten und des Arbeitsaufwandes. Da ein ausgewachsenes Pferd am Tag 15 – 20 kg Kot und 4 – 7 Liter Urin absetzt, ist das Absorbieren dieser Menge eine Grundvoraussetzung des Einstreus. Der Klassiker und das meist verwendete Einstreu ist das Stroh, welches allerdings viel Lagerraum benötigt und viel Arbeit beim Entmisten. Kurzstreu als Alternativ zum herkömmlichen Stroh, bietet eine zeitersparende Einmistzeit, allerdings staubt das Kurzstroh mehr als das Langstroh. Es werden auch Hobelspäne, Hanf, Lein- oder Rapsstreu oder Strohpellets angeboten. Auch Fasern aus Flachs, Hanf und Raps können als Einstreu verwendet werden.
Doch egal, welche Einstreu man wählt, hieran sollte niemals gespart werden.
Eine weitere Haltungsvariante ist der Laufstall. Hier können die Pferde an mehreren Orten fressen, ruhen oder sich wälzen. Aus diesem Grund bewegen sie sich ca. 10 Kilometer täglich im Freien. Sie können sich jederzeit in ihre Stallung zurückziehen. Diese Variante ist eine sehr moderne Haltungsart und mit einigen Unkosten verbunden. So wird durch Fütterungsautomate das Futter gegeben, die Pferde tragen Halsbänder mit programmiertem Mikrochip und Bodenraster sorgen für einen sauberen Untergrund.
Bei der Robusthaltung (Weidehaltung) sind die Pferde 12 Monate im Jahr draußen. Die Weide sollte pro Pferd etwa einen Hektar betragen. Bäume und Unterstände sind eine Grundvoraussetzung, dass sich die Pferde und Ponys bei Regen und starkem Sonnenschein unterstellen können. In den Wintermonaten müssen Heu, Kraftfutter und Mineralien zugefüttert werden. Diese Haltungsvariante hat zum Nachteil, dass vor einem Ausritt die Tiere erst ordentlich geputzt werden müssen, allerdings ist diese Art der Haltung besonders für Jungpferde zu empfehlen.
Im Normalfall pflegen sich die Pferde selber durch Schubbern an Bäumen, gegenseitiges Beknabbern, und durch Wälzen auf dem Boden. Bei der Stallhaltung sollte allerding der Mensch die Pflege übernehmen und durch Putzen Haut und Haare des Pferdes von Schmutz und Hautabsonderungen befreien. Das Putzen fördert außerdem die Durchblutung und die Hautatmung des Pferdes.
Zur Ernährung benötigen Pferde in erster Linie Heu und Stroh in ausreichenden Mengen. Dieses Rauhfutter gilt als das Pferdegerechteste und sorgt für die Bildung von Speichel und Magensäure. Eine Zufütterung von Kraftfutter ist dann zu empfehlen, wenn die Pferde besonders viel Energie benötigen. Hier bieten sich verschiedene Getreidesorten an und auch Pflanzenöle, oder Sojabohnen